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Helfende Hände
Pflegedienst im DRK
Kreisverband Emmendingen
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Elztal (mkt). Florence Nightingale (1820 – 1910) gilt als die Pionierin der modernen Krankenpflege. Insbesondere ihr Einsatz als Krankenschwester während des Krimkrieges verschaffte der Tochter aus wohlhabendem britischem Hause große Verehrung. Seit 1967 wird ihr Geburtstag, der 12. Mai, als „Internationaler Tag der Pflege“ auch in Deutschland gefeiert. Damals wie heute wird die Pflege von Kranken  und Verletzten im öffentlichen Bewusstsein jedoch oft idealisiert. Was ist dran am Ideal des „Engels in Weiß“ in Zeiten von High-Tech-Medizin, dem Dauerbrenner Gesundheitsreform, Vorschriften-Dschungel und Zeitdruck? 
Die Ausbildung zur Kinderkrankenschwester hat Ulrike Asis von 1995 bis 1998 an der Universitätsklinik Freiburg durchlaufen. „Damals hätte ich nie gedacht, dass ich einmal in der  Erwachsenen-, oder gar in der Altenpflege tätig sein würde!“, sagt sie. Heute kann sie es sich kaum mehr anders vorstellen. Seit 2003 arbeitet sie beim ambulanten Pflegedienst „Helfende Hände“ in Waldkirch. Der sprichwörtliche „Dienst am Menschen“ weit über das rein pflegerische hinaus ist es, der sie an ihrer Arbeit fasziniert – auch nach all den vielen Berufsjahren noch.  „Das Schöne in der ambulanten Pflege ist, dass ich den Patienten in seinem privaten Umfeld pflegen darf und gemeinsam mit ihm die Pflegeplanung gestalten kann“, sagt sie.
Frühmorgens um 7 Uhr beginnt ihr Arbeitstag. Im Büro des Pflegedienstes in der Bürgerwehrstraße treffen sich alle Pflegekräfte des Frühdienstes. Zwischen zwölf und 20 Patienten stehen pro Tour auf der Besuchsliste – je nach Leistungsaufwand, der erbracht werden muss und je nach Beschäftigungsverhältnis der Pflegekraft. Zweimal täglich steht auch der Besuch bei Frau W. auf dem Plan. 94 Jahre alt ist sie, hochgradig dement und seit einem Jahr bettlägrig. „Guten Morgen, wie geht’s denn Frau W. heute“, begrüßt Ulrike Asis die Tochter der Patientin. „Heute ist sie sehr ablehnend“ antwortet die Tochter. Schimpfend und mit Händen und Füssen wehrt sie sich gegen alles. „Es ist nicht immer so. Wenn sie einen guten Tag hat, hilft sie sogar mit“, sagt Ulrike Asis lächelnd. Unglaublich viel Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen sind notwendig, um Frau W. davon zu überzeugen, dass die Pflege durchgeführt werden muß. Auf Grund ihrer Demenz sieht die Patientin die tägliche Grundpflege nicht immer ein, die aber wegen ihrer Inkontinenz notwendig ist. Je nach Allgemeinzustand eines Patienten kann der Zeitaufwand zwischen 30 und 60 Minuten liegen. Zufrieden  liegt Frau W. schließlich in ihrem Bett – lächelt sogar zum Abschied. „Bis heute abend dann, Frau W., gell!“  Wenige Minuten später klingelt Frau Asis schon bei ihrem nächsten Patienten an der Tür: Walter H. hat sich vor einigen Monaten den Oberschenkelhals gebrochen. 84 Jahre alt ist er, doch unterkriegen lässt er sich nicht. Mit großer Motivation und Anstrengung hat er es geschafft sich wieder selbständig  und teils ohne Rollator in der eigenen Wohnung zu bewegen, wie Ulrike Asis erzählt. Er freut sich über den Besuch der Krankenschwester, hat auch einige kleine Scherze auf Lager. Und erzählt von seinen chronischen Schulterschmerzen. „Gestern war ich bei der Orthopädin. Die hat mir eine Spritze gegeben. Und gesagt, ich soll zur Krankengymnastik. Ist das wirklich nötig?“, will er von Ulrike Asis wissen. „Unbedingt“, sagt die und bestärkt ihn, weiter zu üben und an seiner Mobilität zu arbeiten. „Ihre Enkelin heiratet doch bald. Da wollen Sie doch dabei sein!“, ermuntert sie ihn. Fast alle Pflegekräfte haben ihre festen Touren – mit fast immer denselben Patienten. „Da entsteht oft ein enges  Vertrauensverhältnis“, sagt Ulrike Asis. Man bekomme Einblicke weit über die Pflege hinaus – auch in die Lebensumstände der betroffenen Familien. Und wie steckt man all diese Eindrücke weg? „Manches beschäftigt mich schon eine Zeitlang. Aber ich geh heute zufriedener nach Hause, als damals in der Klinik“, sagt Ulrike Asis. Auch wenn’s nicht immer ganz einfach ist, den professionellen Abstand zu halten. „Man trifft sich auch mal beim Einkaufen mit Patienten oder Angehörigen, wo dann das ein oder andere Gespräch entsteht“.
Das Hauptaufgabengebiet des DRK-Pflegedienstes „Helfende Hände“ ist die Kranken- und Altenpflege. Grundsätzlich unterschieden wird zwischen der Grundpflege und der Behandlungspflege. Letztere umfasst zum Beispiel das Richten und/oder Verabreichen von Medikamenten, das Messen von Blutzucker- und Blutdruckwerten, Injektionen, Verbandswechsel usw. Der enge Kontakt zu den Hausärzten gehört dazu, wird von den Krankenschwestern auch immer wieder gesucht. Die meisten Ärzte sind dankbar für die professionellen Einschätzungen der Schwestern.  Waschen, Baden, Hilfe bei der Nahrungsaufnahme etc. gehören zur Grundpflege. Manche Patienten werden mehrmals täglich, manche nur an einigen Tagen in der Woche besucht. „Das ist individuell verschieden“, sagt Ulrike Asis. „Wir richten uns da immer nach den Bedürfnissen der Betroffenen und der Anordnung des Arztes“. Quasi nebenher werden die pflegenden Angehörigen auch geschult: Zum Beispiel darin, wie das Wundliegen verhindert werden kann, oder wie man Kontrakturen vermeiden kann. Oft wird dies während der gemeinsamen Pflege gezeigt. Es besteht aber auch die Möglichkeit eine individuelle, kostenlose Pflegeschulung bei sich zu Hause zu erhalten. Dafür hat sich Anya Tscherwen weitergebildet.
Unverzichtbar: Die Dokumentation. Jeder Besuch, jeder Handgriff wird in einer umfangreichen Pflegeakte notiert. Zusätzlich wird im Büro ein Übergabebuch geführt, damit alle Schwestern über Besonderheiten bei allen Patienten und Neuaufnahmen informiert sind. Alle zwei Wochen finden Dienstbesprechungen statt. Ständige Weiter- und Fortbildungen werden angeboten und vom Arbeitgeber bezahlt.  Als großen Vorteil sieht Ulrike Asis die Arbeitszeiten an. Schichtdienste wie in der Klinik gibt es nicht. Rufbereitschaftsdienste werden aufgeteilt. Wann immer möglich, wird die Familiensituation mit einbezogen. „Wir haben da alle möglichen Arbeitszeitmodelle“ sagt Ulrike Asis, selbst Mutter eines dreijährigen Sohnes. Gerade für Wiedereinsteigerinnen in den Beruf – etwa nach dem Erziehungsurlaub – sei das sehr von Vorteil.
Und was ist jetzt dran am Ideal des „Engels in Weiß“? Ob’s den jemals gegeben hat wisse sie nicht, lacht Ulrike Asis. Aber erfüllend sei der Beruf in der ambulanten Kranken- und Altenpflege allemal. „Es ist dieser direkte Kontakt zu den Menschen, der’s ausmacht“, sagt sie.

 

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07. Juli 2012 Schulsanitätsdienst

Der Schulsanitätsdienst ergänzt und sichert die Erste-Hilfe-Versorgung an den Schulen und stellt mit seinen Kooperationslehrern die Erstversorgung im Falle von Unfällen bis zum Eintreffen der...

Er steht für Prävention, Erstversorgung und Sicherheit an den Schulen. Mitglied werden kann jeder Schüler und jede Schülerin ab der 7. Klasse mit erfolgreich abgeschlossenen Erste-Hilfe Kurs.... [mehr]

01. Juli 2012 DRK Wedel einfach ausgebootet (Hamburger Abendblatt)

Wedel/Pinneberg. In Wedel tobt ein Kampf um die Krankentransporte. Auf der einen Seite stehen der Orts- und Kreisverband des DRK - auf der anderen die Rettungsdienstkooperation in Schleswig-Holstein...

Zwischen den Institutionen ist ein offener Streit über die Einbindung von DRK-Teams in den öffentlich-regulären Rettungsdienst an Wochenenden und Feiertagen ausgebrochen. Die RKiSH hat dem DRK den... [mehr]

24. Juni 2012 Das Gemetzel von Solferino am 24. Juni 1859

Historische Darstellung vom 24. Juni 1859

Am 24. Juni 1859 ereignet sich ein mörderisches Gemetzel in der Gegend um Castiglione mit Solferino im Mittelpunkt. Auf einer Länge von zwanzig Kilometern kämpfen ineinander verkeilt 170.000...

Er braucht dessen Unterstützung für sein Projekt in Algerien. Statt auf den Kaiser trifft er auf zahllose Verwundete und hilft unermüdlich. Sein Gedanke: Sobald ein Soldat verwundet... [mehr]

8. April 2012 BMI-Förderpreis "Helfende Hand 2010"

8. April 2010 BMI-Förderpreis "Helfende Hand 2010"

Bundesinnenminister Thomas de Maizière ruft Helferinnen und Helfer im Bevölkerungsschutz auf, sich am BMI-Förderpreis im Ehrenamt zu bewerben.

Ziel der Aktion ist es, neben moderner Technik, Logistik und effektiven Strukturen vor allem Freiwillige zu finden, die sich im Bevölkerungsschutz engagieren: "Mit dem Preis 'Helfende Hand'... [mehr]